Urheberrechtspiraterie: Die deutsche Sprache auf dem Wühltisch

Glosse (mit einigen hier sonst unüblichen „Kraftausdrücken“)

Es scheint, als seien Fachverlage für „Deutsch als Fremdsprache“ dermaßen satt, daß sie der kostenlosen Verteilung von Raubkopien ihrer urheberrechtlich geschützten Werke durch kriminelle Urheberrechtspiraten im Internet tatenlos zusehen und hierbei bereit sind, Umsatzeinbußen von mehreren Hundert Millionen Euro hinzunehmen.

Zur Vorgeschichte

Nachdem die Verkaufszahlen des von mir übersetzten und im vergangenen Jahr herausgegebenen politikwissenschaftlichen Werks, Wir töten die halbe Menschheit – und es wird schnell gehen, Ende vergangenen Jahres massiv eingebrochen sind, und mir der Grund hierfür rätselhaft war, habe hierzu recherchiert und herausgefunden, daß dessen eBook-Version fleißig umsonst und zwar tausendfach im Internet verteilt worden ist.

Während Scribd.com und archive.org umgehend reagiert und die entsprechenden Einträge gelöscht haben, hat es bei dem Messenger- und sozialem Netzwerkdienst Telegram mehrere Wochen gedauert bis diesbezügliche Einträge bei dem  kriminellen Betreiber des Kanals Bücher Kiste und dem anonymen X-loch, das ausgerechnet den den Kanal „Nichts als die Wahrheit“ betreibt, über die vermutlich die meisten der Raubkopien des von mir herausgegebenen Buches verteilt worden sind, gelöscht wurden.

Weil ich der Meinung bin, daß diese geschäftsschädigende und für manchen Autor möglicherweise auch existenzgefährdende Art von Betrug strafrechtlich relevant ist, mir selbst, dq ich als Übersetzer und Herausgeber nur einen Bruchteil des Gesamtumsatzes der verkauften Bücher erhalte, jedoch die Mittel fehlen, um diesbezüglich hiergegen vorzugehen, habe ich zahlreich Verlage, die ebenfalls hiervon betroffen waren oder immer noch sind, hierüber informiert. Vier von dreiundzwanzig Verlagen haben haben den Erhalt meiner E-Mail bestätigt, drei von ihnen haben sich, so unglaublich es klingt, sogar bei mir bedankt.

Mittlerweile scheint festzustehen, daß im Ausland ansässige, kriminelle file-sharing-Unternehmen urheberrechtlich geschützte Werke en masse umsonst anbieten, was skrupellose und zu eigener Arbeit anscheinend unfähige X-löcher dazu bringt, sich auf sozialen Netzwerken durch die Verteilung der auf diese Weise erschlichenen Raubkopien von Literatur, Musik oder auch wissenschaftlichen Werken bei ihrem mutmaßlich minderbemittelten Publikum beliebt zu machen.

Diese Art des Betrugs an Autoren, Verlagen und Buchhändlern ist, wie ich mir sagen ließ, übrigens eine Form der Anarchie, und genau dieses asoziale Verhalten zeichnet alle mir, auch in gesellschaftspolitischer Hinsicht, bekannten, selbst ernannten Anarchisten, die sich skrupellos an den Früchten anderer bereichern, aus.

Nun jedoch zum eigentlichen Thema.

Der Dativ ist die Genitiv sein Feind, Bruda . . .

Bei meiner mehrwöchigen Recherche zu dieser Thematik, die sich ausschließlich Scibt.com, archive.org und auf den Messenger Telegram beschränkt hat, ist mir aufgefallen, das bei Letzterem einige vermutlich au dem Nahen Osten sowie aus Ost- und Südost-Europa operierende Kanalbetreiber Raubkopien von Lehrbüchern und digitalem Lehrmaterial im Fach „Deutsch als Fremdsprache“ kostenlos verteilen.

In welchem Ausmaß dieser florierende Betrug, denn als „schwunghafter Handel“ lassen sich diese kostenlosen Angebote keinesfalls bezeichnen, betrieben wird, und wie hoch die potentiellen Umsatz- und Einkommenseinbußen der Verlage sein müssen , läßt sich an Hand der Klickzahlen bei folgenden Beispiel-Kanälen berechnen.

Wer sich eingehender hiermit befassen will, beispielsweise um ein Bild von den regulären Verkaufspreisen der dort umsonst angebotenen Lehrbücher und Lehrmittel zu machen, sollte die Titel kopieren und dann eine Suchmaschine nutzen, da die oft umfangreichen Dateien beim Anklicken automatisch im Download-Ordner des Rechners gespeichert werden und dort Speicherplatz besetzen!

Warum viele der angesehenen Fachverlage gegen diese Form der meines Erachtens Organisierten Kriminalität nicht strafrechtlich vorzugehen scheinen oder zumindest bei Telegram auf die Löschung der Raubkopien ihrer urheberrechtlich geschützten Werke bestehen, ist mir ein Rätsel.

Beitragsbild: pavel1998

 

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