Gefährlicher Scheideweg: NATO-Kommandeur schlägt Truppenstationierung in Rumänien und Bulgarien vor

 

Von Lucas Leiroz de Almeida
Übersetzung©: Andreas Ungerer

20. Dezember 2021, Global Research via InfoBrics
Einmal mehr steht die NATO kurz davor, die Spannungen in Osteuropa mit der einzigen Absicht einer Konfrontation mit Rußland unnötig zu erhöhen. Laut jüngsten Stellungnahmen einiger ihrer Spitzenbeamten, plant das Militärbündnis den Einsatz seiner Truppen in Rumänien und Bulgarien zur Stärkung des derzeitigen „Sicherheitssystems“ für die Ukraine. In der Praxis führt diese Art von Verhalten zur weiteren Erhöhung von Polarisation und Zwiespalt unter den in der Region befindlichen Staaten und untergräbt jegliches Bemühen um internationalem Frieden und Stabilität.

Laut eines jüngsten Bericht des SPIEGELS*, hat  NATO-SACEUR General Tod Wolters die Entsendung von Streitkräften des westlichen Bündnisses nach Bulgarin und Rumänien vorgeschlagen. Der Grund für ein solches Manöver ist die angebliche Notwendigkeit, der wachsenden Militärpräsenz Rußlands an seiner Westgrenze. Im Wesentlichen schlägt Tod Wolters vor, Rumänien und Bulgarien in das derzeitige Sicherheitssystem für die Ukraine einzubeziehen, was auch für Polen und das Baltikum gilt.

Auf diesem Weg wäre es möglich, ein von dem Bündnis vollständig besetztes Osteuropa zu schaffen. Ein solch erweiterter Besatzungsplan wurde bereits früher als Enhanced Forward Presence*” bezeichnet und scheint der Einsatz der NATO für die Eroberung von Positionen sowie die Untergrabung jeglichen russischen oder weißrussischen Einflusses in Osteuropa zu sein.

Es besteht kein Zweifel daran, daß ein solcher Plan dem Bemühen um Frieden in der Region schaden würde, das große Problem hierbei ist jedoch, daß eine solche Maßnahme auch von den Regierungen in Rumänien und Bulgarien gefordert werden müßte, die von den Darstellungen der NATO, bezüglich angeblicher Pläne Rußlands für diese Region, zunehmend in die Irre geführt zu werden scheinen. Staaten mit geringerer militärischer und wirtschaftlicher Macht und ebensowenig internationalem Einfluß sind am stärksten von der Verbreitung dieser Art von Irrglauben betroffen, weshalb es derzeit unter den osteuropäischen Staaten eine Tendenz gibt, immer mehr NATO-Präsenz in ihrem Hoheitsgebiet zu fordern. Rumänien und Bulgarien – wie auch die baltischen Staaten und Polen – befürchten, von den Kollateralschäden eines möglichen Konflikts zwischen der Ukraine und Rußland in Mitleidenschaft gezogen zu werden, und setzen angesichts dieser (nicht existierenden) Bedrohung auf das westliche Bündnis als wichtigen Verbündeten.

Die NATO hat bislang keine genauen Angaben zur möglichen Verstärkung ihrer Truppen in Rumänien und Bulgarien gemacht und sich nicht zu Wolters‘ Worten geäußert. Unter dem Druck der internationalen Medien erklärten Sprecher des Bündnisses jedoch, daß das Thema auf den kommenden Gipfeltreffen erörtert werden könnte. Angesichts der gegenwärtigen Spannungen an der russischen Westgrenze wird erwartet, daß jede Form von härterer Opposition gegen Moskau diskutiert wird, was Sicherheitsanalysten in aller Welt beunruhigt, wenn man die schädlichen Auswirkungen einer solchen Haltung auf einen in naher Zukunft möglichen Verhandlungs- und Annäherungsprozeß bedenkt.

Des kürzlich stattgefundene virtuelle Gipfeltreffen zwischen Joe Biden und Wladimir Putin brachte, trotz aller Spannungen und Unsicherheiten, eine gewisse „Hoffnung“ mit sich, da das Treffen mit einem gegenseitigen Versprechen zur Dialogbereitschaft zwischen den Führern der NATO und Rußland beendet worden ist. Moskau hat als Voraussetzung für ein Gipfeltreffen von Rußland und den westlichen Regierungen ein Ende der Militärmanöver der NATO in Osteuropa gefordert. Da nun die Möglichkeit einer zuzüglichen Truppenstationierung besteht, ist die Wahrscheinlichkeit eines solchen Gipfeltreffens zwischen Moskau und der NATO gesunken, was die Bemühungen um eine Befriedung des europäischen Raums weiter gefährdet.

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt gibt nur zwei Möglichkeiten der Interpretation einer Stationierung neuer NATO-Truppen: Entweder ist es ein klares Signal des Desinteresses der NATO an einem Gipfel oder an einer friedlichen Lösung der osteuropäischen Situation hat, oder es ist das grüne Licht für den Dialog und andererseits die Erklärung, daß die Besetzung der Region und die Einkreisung Rußlands noch zunehmen werden, falls ihre Interessen nicht erfüllt werden. In beiden Fällen erscheint das Spiel der NATO wie riesiger strategischer Fehler.

Rußland hat kein Interesse daran, in irgendeinem europäischen Land einzumarschieren oder ihm den Krieg zu erklären, und die Führer und -Strategen wissen der Nato wissen, daß dem so ist. Das russische Interesse an der Beendigung der NATO-Besetzung Osteuropas besteht darin, die seit Jahrzehnten in der Region herrschende Gewalt und Feindseligkeiten einzudämmen und den Weg für die Möglichkeit einer friedlichen Auseinandersetzung zwischen Moskau und dem Westen zu ebnen, um Einfluß auf die dortigen Staaten zu nehmen.

Ebenso ist Rußland am Schutz seiner eigenen Grenzen interessiert, der sowohl unter direkten als auch unter Kollateralschäden der Aufstockung feindlicher Streitkräfte leidet, jedoch „fürchtet“ sich Moskau nicht vor der Truppenpräsenz in seinen Nachbarländern, weil es schlicht kein Interesse an Konfrontationen hat. Daher ist es ein großer strategischer Fehler, Rußland mit feindlichen Streitkräften seinen Nachbarländern als Trumpfkarte auszuspielen.

Um des Friedens und der Sicherheit aller Staaten willen sollte die NATO am besten jegliches Interesse an einer Eskalation der Feindseligkeiten begraben und sich, bei dem Bemühen um eine gemeinsame Lösung, die allen Seiten gerecht wird, auf die Möglichkeit eines friedlichen Dialogs mit Rußland konzentrieren.

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Lucas Leiroz, ist Sozialwissenschaftler an der Landwirtschaftlichen Universität in Rio de Janeiro und geopolitischer Berater.

Originalquelle: http://infobrics.org/…

Die mit einem * versehenen Links wurden zusätzlich eingefügt.

Titelbild: Global Research

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5 Antworten zu “Gefährlicher Scheideweg: NATO-Kommandeur schlägt Truppenstationierung in Rumänien und Bulgarien vor”

  1. Also, Rumänien wurde gleich nach dem Umsturz in der Ukraine von Frau Nuland besucht und mit Johanis ein Abkommen abgeschlossen, dass NATO Truppen in Rumänien einziehen und NATO Schiffe in Constanta anlegen dürfen. Die Rumänischen Soldaten müssen in alten Baracken hausen, für die NATO-Soldaten wurden Neubauten errichte.

  2. Ganz offensichtlich ist die Qualität der rumänischen und bulgarischen Regierungskaste analog der der deutschen! Unfähig oder maßlos verstrahlt erkennen diese nicht die Zeichen an der Wand. Und das war doch jetzt mit den roten Linien eine deutliche Warnung, m.M. nach auch höchste Zeit dafür! Für die aggressiven US-/NATO- Provokationen sehe ich ein sich bald schließendes Zeitfenster, aber hochriskant, den eigenen Wirtschafts- und Währungscrash gleich noch mit, laut RAND-Corporation, aussichtslosen militärischen Abenteuern zu garnieren! Mit dieser Entschlossenheit/Leichtfertigkeit hat sich das nichtmal der Gröfaz getraut, und damals war die Wehrmacht gut aufgestellt, die Rote Armee garnicht. (Kampfkraft, Geschlossenheit, Strukturierung, Ausbildung,Taktik, Offizierscorps/ Säuberungen) Heute ist die Konstellation entgegengesetzt, und die Russen durften die Verheißungen der Demokratiemissionare nach 1990 live und in Farbe – oft am eigenen Körper(Jelzin) – kennenlernen.

  3. Also wen richtig verstanden, auch die Rumänische Soldaten sollen bis der letzte man kämpfen so wie Obongo versprach die Ukrainische Soldaten sollen bis der letzte man kämpfen gegen die böse Russkies.
    Natürlich alles aus dankbarkeit für Onkel Amerika der aus sicheren Abstand guckt ob alles richtig läuft.

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